Bad Blood

RPG & Forum zur Serie Vampire Diaries


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1 Irgendwo... weit weg von San Francisko am Fr Nov 06, 2015 11:50 pm

Ein altes Cafehaus in einer Seitengasse

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2 Re: Irgendwo... weit weg von San Francisko am Sa Nov 07, 2015 5:12 pm

Cedrik betrat das kleine Cafe, das er durch einen Zufall entdeckt hatte, und suchte sich einen Platz, an dem er vorwiegend ungestört sein würde. Sein nächster Termin begann erst in 2 Stunden und so würde er die Zeit nutzen, um noch einige Recherchen anzustellen. Er holte seinen Laptop heraus, stellte die ihn auf den Tisch und schaltet ihn ein. Keine 2 Minuten später kam schon die Bedienung.

„Was darf ich Ihnen bringen?“ erklang die weibliche Stimme. Cedrik hob seinen Kopf und sah sie an. Sie war jung und hübsch. Hatte schwarzes, langes Haar und grinste ihn an.

„Einen doppelte Espresso, bitte.“ antwortet Cedrik. Die junge Frau war wirklich hübsch. Und trotzdem verspürte Cedrik keinerlei Bedürfnis, mit ihr zu flirten, wie es sonst seine Art gewesen wäre.

„Sie haben hier W-Lan, hoffe ich?!“

Als die Kellnerin zustimmend nickte, senkte Cedrik seinen Kopf und widmete sich seinem Computer. Der Bedienung schenkte er keine Aufmerksamkeit mehr und diese zog, sichtlich enttäuscht, davon, um seine Bestellung zu bringen.

Cedrik starrte auf seinen Bildschirm. Seine Gedanken schweiften ab.

Er war einige Stunden nach dem Intermezzo mit Sethereth im Trainingsraum zum Flughafen aufgebrochen. Er hatte für die darauffolgenden Tage jede Menge Termine, die er wahrnehmen musste, die er nicht absagen konnte. Und es war auch gut so. Cedrik war die ganze Zeit so beschäftigt, dass er keine Zeit hatte, über all die Veränderungen, die in seinem Leben vorgingen, nach zu denken. Zum Glück war er auch nach all seinen Treffen und Besprechungen so erledigt, dass er jede Nacht in einen tiefen, traumlosen Schlaf versank. Diese 2 Stunden, die er nun Zeit hatte, war die erste Atempause seit Tagen.

Und sofort tauchte ihr Gesicht vor seinem geistigen Auge auf. Nicht nur ihr Gesicht. Alles spielte sich in seinem Kopf erneut ab. Die Wut, die Leidenschaft, sie unter ihm, sie auf ihm...Berseker...

Cedrik fuhr sich durch die Haare. Verdammte Scheiße, war er tatsächlich ein übernatürliches Wesen? Und warum war er es erst jetzt geworden? Oder war er es schon immer? Aber wenn dem so war, warum hatte er es nie bemerkt? Er war doch schon früher oft wütend gewesen und hatte das Gefühl, seine Wut nur durch rohe Gewalt entladen zu können. Was war passiert? Er hatte gespürt, dass die Empfindungen, die ihn im Wohnzimmer ihrer neuen gemeinsamen Wohnung übermannt hatten, ganz anders waren. So viel intensiver. So viel roher. Und nicht nur das war anders als sonst. Sein kaputtes Hemd war ein stummer Zeuge davon, dass auch sein Körper eine Wandlung durchzog. Verdammt... das konnte doch nicht wahr sein. Aber leugnen half hier nichts. Gar nichts. Er musste den Tatsachen ins Gesicht blicken. Er wusste es. Cedrik wusste, dass es wahr war. Er war ein gottverdammter Berseker. Was aber nicht bedeutete, dass er diese Tatsache einfach so akzeptieren würde.

Ein tiefer Atemzug half ihm, die aufkommende Wut zu unterdrücken. Er konnte dem jetzt und hier nicht nachgeben, er mußte sich zusammenreißen. Hier alles kurz und klein zu schlagen war nicht die beste Idee. Er atmete noch einmal ganz bewußt tief ein und aus. Seine Augen schlossen sich. Im selben Augenblick sah er wieder ihr Gesicht. Hatte ihren Duft in der Nase. Oh dieser Duft... Alleine bei der Erinnerung daran verlangsamte sich sein Herzschlag und der aufkommende Zorn wich langsam aber stetig aus seiner Brust. Genauso wie es vor einer Woche an diesem besagten Tag, der sein Leben auf den Kopf gestellt hatte, gewesen war. Ihr Duft hatte ihn beruhigt. Warum dem so war, wusste wohl nur der Teufel persönlich. Oder Gott. Oder wer auch immer.

Er sah sich mit ihr am Boden liegen. Nach dem besten Sex, den er je in seinem Leben hatte. Oh verdammt... der Sex war absolut bombastisch gewesen. So intensiv. So... einfach, welches Wort hatte sie nochmals verwenden? Episch... genau. Er war episch gewesen. Das war schon an und für sich mehr als merkwürdig. Denn Cedirk hätte es nie für möglich gehalten, nach all den Jahren, die er seiner Lust freizügig frönte, solchen Sex zu erleben, der alles bis her dagewesene in den Schatten  stellte. Aber das Wahnwitzige an der ganzen Sache war jedoch die Tatsache, dass er danach nicht das Bedürfnis verspürt hatte zu gehen. Normalerweise konnte er, nachdem er mit einer Frau geschlafen hatte, nicht schnell genug verschwinden. Dieses Mal war dem nicht so. Er genoss es, sie in den Armen zu halten und ihr über die verschwitzte Haut zu streichen. Sie ganz nah bei sich zu spüren.

Fuck...

Und er wollte auch jetzt über ihre seidigzarte Haut streichen, sie küssen...

Noch immer gedankenverloren bewegte er den Cuorsor seines Laptops und öffnete sein Skype. Verdammte Scheiße, er benahm sich wie ein Teenager. Und doch konnte er nicht anders. Er suchte nach ihren Namen und sobald er ihn fand, öffnete er das Chat-Fenster und tippte kurzerhand...

„Hy...“

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3 Re: Irgendwo... weit weg von San Francisko am Fr Nov 13, 2015 2:29 pm

Sie war gerade erst aufgestanden und noch weit davon entfernt ganz wach zu sein, als ihr Laptop auf dem Tisch mit einem lauten „Pling“ vermeldete, dass sie eine Nachricht über Skype hatte.

Sie warf einen kurzen Blick auf die Uhr, die Cedrik noch aufgehängt hatte, bevor er zum Flughafen gefahren war und seufzte. 09:35 Uhr – laut ihrer inneren Uhr also noch mitten in der Nacht! Aber schön, jetzt war sie schon wach. Sie drückte einen Knopf an der Kaffeemaschine und knotete ihre blonde Mähne dann einfach in einen unordentlichen Dutt zusammen. Sobald das Lämpchen an der Maschine von rot auf grün umschaltete, schob sie auch schon ihre XXL Kaffeetasse darunter und atmete den Geruch von frisch gemahlenen Kaffee tief ein. Ohh wie wunderbar, herrlich, grandios - wer auch immer Kaffee erfunden hatte, sie liebte ihn von ganzen Herzen.  Sie ging zum Kühlschrank, nahm die Milch heraus und drehte sich dann wieder zum Laptop um.

„Ah ja, apropos Herz…“, mit der Kaffeetasse in der einen, die Milch in der anderen Hand, balancierte sie zum Tisch zurück, stellte alles ab und drückte dann die Aufwachtaste auf der Tastatur.

Ein grinsen machte sich auf ihrem Gesicht breit.

Sie hatte es doch eben gerade gesagt… apropos Herz, es war Cedric.  

Mit einem sehr kreativen „Hy“ meldete der Mann sich zu Wort. Sie schüttelte amüsiert den Kopf. Immer noch besser als „HALLO BABY!“ Aber wenn er so „kreativ“ begann, konnte sie genauso kreativ antworten!

„Selber hey!“, dann wartete sie.

Allerdings fiel es ihr überhaupt nicht schwer die Wartezeit zu überbrücken, denn ihr Kopfkino lief bereits auf Hochtouren.

Cedric und sie… auf dem Boden, miteinander kämpfend, miteinander fickend, mal er oben, dann wieder sie, schließlich er über ihr, in ihr, so hart und muskulös, so wild und leidenschaftlich… eine wohlige Gänsehaut überzog bei der Erinnerung ihren gesamten Körper.

Gott und wie der Mann geschmeckt hatte, wie er gerochen hatte, all dieser angestaute Zorn und diese reine unverfälschte Lust, es war einfach unglaublich gewesen! Sie lebte wirklich schon sehr lange auf dieser Erde, aber dieser Sex rangierte unter den top-ten ihrer Sexliste, mit Leichtigkeit!

„Du bist ja schon wach!“, meldete sich Cedric via Skype wieder zu Wort und Seth tauchte aus ihren Sexerinnerungen auf. Jetzt grinste sie etwas breiter.

„Nicht freiwillig, du hast vergessen deinen Wecker auszumachen. Das nächste Mal schmeiße ich das Scheißding aus dem Fenster!“, Seth konnte Cedric zwar nicht sehen, aber sie war sich in dem Moment gerade zu 200 % sicher, dass er gerade, wo auch immer er sich befand, einen Lachanfall bekam.


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4 Re: Irgendwo... weit weg von San Francisko am So Nov 15, 2015 8:14 pm

Sie musste selber lachen. Es war immer noch auf eine seltsame Art und Weise surreal, dass sie.... SIE, jetzt mit einem Mann zusammen lebte. Einfach so, ohne großes tam tam, ohne wir suchen eine Wohnung, oder wir ziehen jetzt zusammen-Misst!

Und naja... eigentlich gehörte die Wohnung ja ihr! Laut ihrem Makler war sie die erste gewesen, die die Wohnung angeschaut hatte. MIT Zusage unter Vorbehalt, hätte ihr die Wohnung wider Erwarten doch nicht gefallen. Hatte sie aber, also eigentlich war das Ganze hier ihrs!

"Genau wie Cedrics Hintern!", teilte sie ihrem Monitor mit und musste lachen.

Wie wahr! Natürlich würde er das mit der Wohnung mit Sicherheit ganz anders sehen. Seine Argumente würden versuchen, die ihren zu widerlegen, was er allerdings nicht schaffen würde. Wenn es nach den Fakten ging, war sie schneller gewesen als er! SO einfach war das!

Aber seltsamerweise störe es sie nicht! Es störte nicht, dass er dazu seine eigene Meinung hatte, sie immer haben würde, nicht, dass er und sie trotzdem zusammen wohnten, auch wenn es eigentlich ihre Wohnung war und auch nicht, dass er.... ja er war!

Nicht, dass er stur und bockig, groß und muskulös war. Dass er ein Ego vor dem Herrn hatte, gerne mal einen über den Durst trank, eigensinnig und unglaublich selbstgefällig war.

Nun ja… fast alle Eigenschaften konnte man auch ihr zuschreiben. Okay, das mit dem groß und muskulös zwar nicht, sie gehörte ganz klar zur Gattung klein und versteckte Muskeln, aber dafür tödlich. Aber ansonsten…. sie kompensierte Stress zwar eher mit einer Zigarette und einer Schwertübung anstatt zu trinken, aber jedem das seine. Trotzdem… prinzipiell waren sie sich gar nicht so unähnlich.

Er war zwar im Gegensatz zu ihr zwar noch unglaublich jung, aber wenn es nach ihrem Alter ging, dann käme für sie fast gar kein Fabelwesen, ein Mensch schon gar nicht, als Partner in Frage. Dann könnte sie höchstens noch einen Gott nehmen, ach das hatte sie ja schon! (wenn er auch nur ein Halbgott gewesen war!) Es hatte nicht funktioniert!

Inzwischen war ihr auch klar warum. Dan war… wie sollte sie es am besten ausdrücken, schon nicht mehr ganz von dieser Welt gewesen. Mit der Hälfte seines Herzens war er schon in Walhalla gewesen und so sehr sie sich auch danach sehnte, irgendwann wieder nachhause kommen zu können, so hatte sie durchaus noch keine Todessehnsucht. Jetzt zumindest noch nicht!

Dan war zwar ein Bild von Mann, aber leider ein Mann, den sie nicht so benutzen konnte, wie sie ihn gerne benutzt hätte. Mein Gott was hätte man mit diesen Muskeln, dem Arsch und Schwanz alles schönes anstellen können. Aber nein, es hatte nicht sein sollen. Sie hatte nicht dem Mann, aber durchaus dem Körper hinterher getrauert – was für eine Verschwendung!

Doch dann war ihr Cedric über den Weg gelaufen und hatte sie für all die verschwendete Zeit mit Dan entschädigt! Und wie er sie „entschädigt“ hatte. Mei Mei Mei, der Mann wusste wirklich was er im Bett (oder in ihrem Fall eher der Boden) zu tun hatte. Und obwohl sie sich selbst noch nie in die Kategorie devot eingestuft hatte, hatte sie am Ende nichts lieber getan, als die Beine um den Mann zu schwingen, sich an seinen breiten Schultern festzuhalten und sich von ihm nehmen zu lassen, jeden seiner Stöße zu genießen!

Und Cedrik war an diesem Abend etwas gelungen, was sehr viele Männer in 2000 Jahren bei ihr nicht mehr geschafft hatten, sie hatte alles um sich herum vergessen. Es existierten nur noch er und sie, nur noch schmecken, nur noch schlemmen, nur noch fühlen machte noch Sinn. Und wäre die Erde genau dann vor die Hunde gegangen, sie hätte nichts bereut, gar nichts! Dieser Moment war perfekt gewesen, absolutes reines Nirvana!  

Vielleicht war ihm gar nicht klar, was er da geschafft hatte. Vielleicht sah er ihre Beziehung, auf welche Art sie auch immer war, nicht so wie sie. Das blieb abzuwarten.

Aber jetzt hatte sie eine Kostprobe davon bekommen, wie es sein könnte, wenn sie mit diesem Berserker zusammen bliebe. Vorausgesetzt sie wäre bereit dazu, ihn in ihr Leben und nicht nur in ihr Bett zu lassen. Und ja, sie musste zugeben dass sie wirklich mit dem Gedanken spielte, ihn zu behalten!

Sie straffte die Schultern und schüttelte über ihre eigenen Gedanken den Kopf.

Sie war auf ihre alten Tage doch noch sonderbar geworden. Sie wollte ihn behalten… wie hatte er das geschafft, dass sie so über ihn fühlte? Und wo war ihr Argwohn hin, ihre Mauer, ihre rücksichtslose Ader?

Wann hatte sie dem blöden Kerl bitteschön einen Schlüssel für ihre Gefühlswelt geben? Und wie wollte sie verfahren, wenn er den Schlüssen gar nicht wollte?

„Na dann bringe ich ihn einfach um und Feierabend!“, knurrte sie und nahm dann einen Schluck Kaffee.

Wenn er es auch nur wagen sollte, mit ihr zu spielen, würde es ein böses Erwachen für ihn geben. Berserker hin oder her, sie war älter und stärker – wenn es hart auf hart käme, würde sie ihn vernichten! So alt zu sein hatte seine Vor- aber auch Nachteile, wenn sie ihn wirklich töten wollte, dann hätte er keine Chance! Außer ihre eigene Sippe oder ein wirklich alter Vampir, und sie kannte keinen, der so alt war wie sie, waren nur noch Alpha-Werwölfe oder leibhaftige Teufel in der Lage gegen sie zu bestehen. Und bisher war keiner der Aufgezählten so unsagbar dumm gewesen, sich ihr in den Weg zu stellen, wenn sie wirklich Blut sehen wollte.

Aber so schnell wie ihr Zorn gekommen war, verrauchte er wieder. Denn sie war sich in punkto Cedric ziemlich sicher, dass er sie nicht verarschte. Das hatte er nicht nötig und es entsprach auch überhaupt nicht seinem Naturell.

Er war, was Beziehungen anging, einfach, genau wie sie. Er war direkt, er machte niemanden etwas vor, er log nicht und er versprach nichts. Er zog sein Ding durch, nahm was angeboten wurde und ging dann wieder seiner Wege. Er investierte keine Gefühle, wo keine hingehörten!

Doch genau diese Art von Gefühlskälte hatte sie bisher nicht zu spüren bekommen, ganz im Gegenteil! Er hatte gebrannt und das lichterloh – genau wie sie. Das was sie heute Nacht miteinander getan hatten, kam war zwar durchaus aus dem Genre: Um den Verstand ficken, aber dafür mit Gefühl. Am Anfang war es roh und wild, reiner Trieb und nicht mehr. Doch dann… dann war das irgendwie umgeschlagen und hatte in einer Art von…. ja verschmelzen geendet. Ihr war klar, wie kitschig das klang, aber ihr fiel wirklich kein anderes Wort für das, was passiert war, ein.

Zum Schluss waren sie tatsächlich ins Bett übergewandert. Sie hatten kein Wort gesprochen, er war als erster aufgestanden, nachdem sie nach dem Sex noch eine ganze Weile auf dem Boden gelegen waren. Er hatte sie an sich gezogen und sie hatte sich an ihn geschmiegt. Wenn sie jetzt so darüber nachdachte… ohne Worte.

Es hatte sich unbeschreiblich gut angefühlt, so angekommen, so richtig…so völlig mit sich im reinen und zufrieden.

Sie bekam jetzt noch Gänsehaut, wenn sie darüber nachdachte.

Dann war er, wie gesagt, aufgestanden, hatte ihr wortlos die Hand hingestreckt und sie hatte sie genommen. Sie waren ins Schlafzimmer gegangen, wo er sie dann einfach in seine Arme genommen und sich dann mit ihr rückwärts aufs Bett hatte fallen lassen.

Auf ihm liegend hatte sie ihm in die Augen geblickt und sehr viel mehr gesehen, als sie hätte sehen sollen, da war sie sich inzwischen sicher. Doch sie hatte ihm den Gefallen getan und anstatt etwas zu sagen, hatte sie ihn einfach nur geküsst. Dann war sie von ihm herunter aber ganz nah an seine Seite gerutscht, hatte ihren Kopf in die Kuhle zwischen Hals, Brust und Kinn legt, in irgendwie perfekt für ihren Kopf zu sein schien und hatte die Augen geschlossen.

Sie wollte nicht reden, nichts erklären, analysieren oder verstehen. Sie wollte einfach nur in seinen Armen liegen und entspannen. Für eine kurze Weile war sie nur eine Frau. Keine Walküre, kein mächtiges uraltes Fabelwesen, fast schon zu alt um noch so etwas zu fühlen. Und er war nur ein Mann, kein Berserker, kein muskelbepacktes Fabelwesen, was ihre Mauern zum Wanken brachte und sie wegen der neuen Gefühle zum Umdenken brachte.

Vielleicht hätte sie vorsichtiger sein sollen, vielleicht hätte sie dieses Verschmelzen unterbinden sollen, als sie gespürt hatte, dass es passierte. Aber das hatte sie nicht! Und wenn es wieder passieren sollte, würde sie wieder nicht. Warum wusste sie noch nicht so genau, von Liebe war keine Spur zu entdecken. Dafür musste er mehr tun, als nur mit ihr verschmelzen, auch wenn der Anfang dafür gar nicht so übel war.

Nein, Liebe war es nicht. Noch nicht einmal verliebt sein, dafür kannte sie ihn noch zu wenig. Sex alleine war es aber auch nicht. Da war mehr, nur wusste sie nicht genau, was dieses mehr bedeutete. Es könnte viel und doch gar nichts bedeuten.

Und solange er nicht wieder hier war, konnte sie ihm diese Fragen auch nicht stellen. Und sie war sich noch nicht einmal sicher, ob sie ihm diese Fragen überhaupt stellen würde, ob sie es wollte, dass er sie beantwortete. Und mal den Fall angenommen es wäre ein ja, was wenn er ihr Antworten gab, mit denen sie sich nicht arrangieren konnte? Mit denen sie nicht einverstanden war.

Und mehr noch, was wenn er seinerseits Fragen hatte, Fragen, die sie ihm vielleicht nicht beantworten konnte oder wollte. Tja… dann hätten sie wirklich ein Problem!

Sie wollte einen weiteren Schluck Kaffee nehmen, aber zum einen war die Tasse leer und selbst wenn nicht, der Kaffee wäre mit Sicherheit inzwischen eiskalt gewesen. Seufzend stellte sie die Tasse unter den Automaten und sah erneut dabei zu, wie das braune Gold in ihre Tasse floss und der Geruch ihre Sinne umnebelte. Sie liebte dieses Gebräu wirklich heiß und innig!

Dann wandte sie sich wieder dem Laptop zu und ihre Finger flogen beinahe über die Tastatur.

„Cedric… ich habe keine Ahnung wie lange du weg bist und/oder wann du wieder hier sein wirst. Und ich habe auch keine Ahnung was das Ganze hier ist, aber ich hatte Zeit zum Nachdenken. Zeit ist ja bekanntlich das Einzige, wovon ein fast Unsterblicher wirklich viel zur Verfügung hat!“

Sie hielt an und betrachtete das Wort „fast Unsterblich“ genauer. Er war sogar sehr sterblich, aber im Bezug auf sich selbst, war sie da nicht mehr so sicher. Vielleicht hatte der Gott der Zeit sie schon in das Fach „unzerstörbar, also vergiss es mit dem sterben“ einsortiert. Bei dem Gedanken wurde ihr übel, sie hoffte nicht! Irgendwann wollte sie auch gehen, diese Welt verlassen und nachhause, nach Walhalla kommen. Sie wollte ihre Schwestern und Brüder wiedersehen, ihre Eltern und die Unsterblichkeit aus ihrem wirklich langen Leben, ein für alle Mal, verbannen.

Aber noch nicht heute, oder morgen oder überhaupt in den nächsten Jahrhundert. Schon gar nicht, solange ihr dieser Berserker im Kopf herumspukte und sie ihn nicht in ihrer eigenen Kartei einsortiert hatte.

Erst würde sie rausfinden, warum ihr das Schicksal diesen Mann zur Seite gegeben hatte. Wieder lagen ihre Finger auf der Tastatur

„Es ist nicht meine Art um den heißen Brei herum zu reden und du hast sicherlich besseres zu tun, als dir während deiner Termine Gedanken über unser was auch immer zu machen. Daher mein Vorschlag: Lass es einfach laufen als das, was es momentan ist! Vielleicht ist es nichts, vielleicht wird aus dem nichts, viel. Dann ist das so. Solange es momentan ist, wie es ist, komm ich damit klar. Ist das ein Deal?“

Sie zögerte kurz, bevor sie auf Senden drückte. Diese Worte entsprachen exakt ihrer aktuellen Gefühlslage, und sie hatte noch nie gekniffen, wenn es um etwas ging, was ihr wichtig war. Also so auch heute nicht! Wenn er jetzt den Schwanz einzog, würde das den Gefühlen in ihr für ihn zwar einen Dämpfer verpassen, aber sie wären nicht unerklärbar.

Egal, sie würde jetzt einfach abwarten und Tee… nein Kaffee trinken! Zufrieden mit sich, lehnte sie sich in ihrem Stuhl zurück und schloss die Augen.

Wenn nicht jetzt, wann dann?


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5 Re: Irgendwo... weit weg von San Francisko am Mo Jan 04, 2016 6:23 pm

Er beobachtete den Stift unter ihrem Namen, der ihm signalisierte, dass sie gerade dabei war, ihm eine Nachricht zu schreiben. Und dieser bewegte sich ziemlich lange. Cedrik starrte auf seinen Bildschirm, während er den Rest seines Espressos austrank. Mit einer Handbewegung winkte er die Bedienung zu sich. Diese kam sogleich mit einem verführerischen Lächeln an seinen Tisch. Cedrik blickte kurz auf.

"Einen doppelten Whiskey... den besten, den Sie haben...!"

"Sehr gerne. Noch etwas dazu?" Die Bedienung blieb stehen.

Cedrik legte kurz seinen Kopf schief und sah ihr in die Augen. Bevor er jedoch noch etwas sagen konnte, sprach die junge Frau weiter.

"Ich hätte in 2 Stunden Feierabend. Ich könnte Ihnen die Stadt zeigen...!" Ihre Wangen waren leicht gerötet, als sie mit angehaltenem Atem auf seine Antwort wartete.

Cedrik leckte sich kurz über seine Lippen, bevor er sich nach hinten in seinen Sessel sinken ließ.

"Einen Doppelten!" Er grinste sein typisches Lächeln, schüttelte unmerklich den Kopf und senkte seinen Blick wieder auf seinen Laptop.

Die Frau zog sichtlich beleidigt davon, um seine Bestellung aufzugeben.

Na hoffentlich spuckt sie mir nicht ins Glas...


Warum er kein Bedürfnis verspürte, mit dieser Frau den Abend zu verbringen, war ihm schleierhaft. Sie war hübsch. Sie war willig. Und er hätte nach dem Stress, die die diversen Termine mit sich brachten, mehr als eine Ablenkung gebraucht. Und doch wollte er es nicht.

Warum?

Er wusste es genau. Tief in sich wusste er es genau. Keine andere Frau auf dieser gottverdammten Welt konnte so gut sein wie sie. Keine andere Frau konnte ihm dieses Gefühl geben, das er verspürt hatte. Keine andere Frau konnte ihn in solche Sphären befördern, so wie sie es getan hatte.

Ach verdammte Scheiße...

"Pling" ertönte es.

Und da war eine Antwort von Sethereth.

Sethereth schrieb:„Cedric… ich habe keine Ahnung wie lange du weg bist und/oder wann du wieder hier sein wirst. Und ich habe auch keine Ahnung was das Ganze hier ist, aber ich hatte Zeit zum Nachdenken. Zeit ist ja bekanntlich das Einzige, wovon ein fast Unsterblicher wirklich viel zur Verfügung hat!“

„Es ist nicht meine Art um den heißen Brei herum zu reden und du hast sicherlich besseres zu tun, als dir während deiner Termine Gedanken über unser was auch immer zu machen. Daher mein Vorschlag: Lass es einfach laufen als das, was es momentan ist! Vielleicht ist es nichts, vielleicht wird aus dem nichts, viel. Dann ist das so. Solange es momentan ist, wie es ist, komm ich damit klar. Ist das ein Deal?“



Ein breites Grinsen erschien auf Cedriks Gesicht. Nein, sie redete nie um den heißen Brei herum. Das tat sich wirklich niemals. Und genau DAS war es, war ihm schon immer an ihr imponierte. Sie wusste genau, was sie wollte. Und sprach es auch immer aus. Hatte noch nie irgendwelche Umschreibungen oder Ausflüchte gesucht. Nein. Sie brachte einfach alles genau auf den Punkt. Genau wie er. Er hasste nichts mehr, als schwammiges Drumherumgeredete. Wenn man etwas wollte, dann sollte man es auch einfach sagen. Es ausprechen. Ohne Wenn und Aber.

"Deal!" tippte er kurzerhand ein und drückte auf Senden.

Es war mehr als ein Deal.

Was auch immer da zwischen ihnen lief, was auch immer das war, es gefiel ihm. Und er wollte es behalten. Ohne dass man dafür sofort in einen Käfig gesperrt wurde, mit Regeln, Vorschriften, Verpflichtungen.

"Gefällt mir." schickte er noch nach.

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